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Autogas Umbau Mazda 626, 2.2i

Lang' ist's her, daß ich meinen Mazda gebraucht gekauft habe. Da der Mazda jetzt seinen siebzehnten "Geburtstag" feiert, wollte ich mir ein neues Auto zulegen. Allerdings war ich mal in der Schweiz und da bin ich einem Betrüger begegnet - es war übrigens kein Internetbetrüger - sondern ein ganz gewöhnlicher Schweizer ... und so ist dieser Traum für die nächsten Jahre geplatzt.

Welches Auto würde ich also hypothetisch kaufen? Sicher eines mit einem geringen Verbrauch, aber kaum einen Kleinwagen, denn ich fahre viel. Des öfteren transportieren wir auch grössere Sachen. Meine Familie braucht auch Platz, also kommt nur ein Mittelklassewagen in Frage.

Tja, und dann stolperte ich irgendwann über http://www.spritmonitor.de - und plötzlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich den guten alten Mazda wegtun sollte! Eigentlich ist es ein super Auto, das man mit recht wenig Normalbenzin fahren kann und das dennoch 200 km/h auf die Strasse legen kann. Die Ingenieure bei Mitsubishi damals hatten noch die Erdölkrise Ende der siebziger Jahre im Kopf.

Also habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und habe beschlossen, das Auto auf Vordermann zu bringen:

Juli/August 2008

Der Motor hat weitere 80000 Kilometer abgespult, der Bordcomputer hat 120 Millionen Umdrehungen gezählt. TÜV/Abgastest: Die Gasanlage kommt nur "haarscharf" durch. Schlechte Werte. Motor dreht unruhig. Standgas sehr schlecht.
Einen Monat später: ein Gas-Injektor hat Totalausfall. Die übrigen sind sehr abgenützt: die Rückholfedern und der Ventilkörper im Innern scheuern konstruktionsbedingt Metall-auf-Metall. Der Ventilgummi ist auch in einem schlechten (abgenützten) Zustand...
Der Injektoren-Rail wird revidiert: neues Ventilinnenleben wird vergebaut.
Ab jetzt werde ich dem Autogas bei Tanken einen "Sprutz" Feinmechaniköl beifügen. Mal sehen, wie lange die Injektoren leben werden.
Die ersten paar Kilometer sind sehr ermutigend: der Druckregler, in dem auch Metall-auf-Metall scheuert, regelt viel besser. Die Drucksprünge, die für einen Teil des unrunden Laufs verantwortlich waren, sind verschwunden. Die revidierten Injektoren und ein erneuter ICF-Abgleich bewirken Wunder: der Motor läuft wieder genauso ruhig wie mit Benzin, kein Stottern und Verschlucken mehr. Mit der ersten Gasfüllung fahre ich rekordverdächtig weit...

So, jetzt kann es in den Urlaub gehen!

WBO - wide band oxygen sensor - Breitbandlambdasonde


Im Gegensatz zur konventionellen Lambdasonde, die "nur" das stöchiometrische Verhälniss genau ermitteln kann, kann die Breitbandsonde alle Gemischverhältnisse - also von "fett" bis "mager" ermitteln.
Leider braucht man auch eine ordentliche Menge Elektronik zur Ansteuerung dieser Lambdasonde. Ein Atmel-Prozessor ist für die Regelung und Ansteuerung der WBO-Sonde zuständig.
Für den Rest siehe Google.


Schaltpläne, Layouts etc. der gezeigten Elektronik auf Anfrage bei: eheimann AT pe-fittinge.de
Einmal habe ich versucht, den Motor mager laufen zu lassen... war im Prinzip o.k. - aber der Schadstoffaustoss (NOx) wäre zu einem Problem geworden. ABER: mit einer guten Abgasrückführung erreicht man denselben Effekt, jedoch ohne Stickoxide. Mit der Breitbandlambdasonde kann man die dem Motor zugeführte Luft messen und über den Sauerstoffgehalt die Abgasrückführung auf das Optimum einregeln. Damit erreicht man sowas wie Euro 5 oder 6.
Praxis: ab August 2009 habe ich den ersten Prototyp der elektronischen Abgasrückführung in mein Monster-Auto (3 Liter Hubraum) eingebaut. Resultat: 3/4 Liter Spriteinsparung auf 100 Kilometer!